Heute will ich die Verhaltensweisen genauer beleuchten, die dich definitiv in der Krankheitsangst festhalten. Das sind die Strategien der Rückversicherung bei Ärzten, bei nahestehenden Menschen und/ oder beim Googeln, das Vermeidungsverhalten und das Body Checking. Man kann dazu auch Kontrollhandlungen sagen.

Kontrollhandlungen und deren Folgen

Es gibt Argumente, die für dFrau tastet ihren Puls aufgrund von Vermeidungsverhalten Rückversicherung Krankheitsangstiese Kontrollhandlungen sprechen: nämlich eine mögliche Krankheit zu entdecken und deine Angst – zumindest kurzfristig – in den Griff zu bekommen.
Andererseits haben diese Strategien einen hohen Preis, der zuerst einmal nicht spürbar ist.

Erinnere dich jetzt kurz an deine letzte Kontrollhandlung. Du hast dich erst einmal besser gefühlt– aber bald darauf kam die Unsicherheit wieder.
Hier passiert Folgendes. Damit nimmst du unbewusst wahr, dass dein Handeln erfolglos ist und dass du dir nicht selber helfen kannst.

Du erlebst dadurch nicht, dass Symptome von alleine wieder verschwinden können und dass du diese Unsicherheit bis zum Verschwinden ertragen könntest.
Schließlich führt die Kontrolle auch noch dazu, dass du immer leichter Angst erleben wirst, weil deine Toleranz für Angst abnimmt. Deine Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen harmlosen und ernstzunehmenden Symptomen nimmt beständig ab. Irgendwann wird jedes Symptom bedrohlich.

Warst du beim Arzt, hast in Foren gegoogelt oder Menschen gefragt, dann passiert auch hier wieder das gleiche: unterbewusst machst du dir klar, dass du
abhängig von der Bewertung bzw. Beruhigung von anderen bist.

Problemverschärfend wird bei jeder Beruhigung, die du hörst, auch die damit eingeschlossene Botschaft an dich herangetragen: „Ich traue dir nicht zu, dass du mit deiner Angst vor Erkrankungen selber fertig wirst. Du bist nicht so stark. Deshalb sage ich dir natürlich, dass alles in Ordnung ist.“ Das demontiert deinen Selbstwert.
Die Gefühle erfolglos, ohnmächtig oder abhängig zu sein machen nicht glücklich, stark oder zufrieden, sondern niedergeschlagen. Du bekommst von deinem Umfeld oft zu spüren: „du nervst“. Und damit geht ein weiterer Negativ-Kreislauf einher, denn Ängste kommen leichter, wenn dich negative Gefühle häufig begleiten.

Trotz deiner großen Mühe, die Ängste zu überwinden und stärker zu werden, demontierst du mit dem Kontrollverhalten – ohne es zu merken – deinen Selbstwert systematisch und kannst den Symptomen immer weniger entgegen setzen.

(Aus)Wege aus der Krankheitsangst

Jetzt habe ich ganz viele negative Konsequenzen aufgezählt, so dass ich den Artikel gar nicht beenden kann, ohne noch auf ein paar (Aus) Wege aus der Krankheit einzugehen.

1. Versuche es mit einem Freude – Tagebuch, in das du ganz bewusst täglich Erlebnisse einträgst, die dir Freude bereitet haben. Am besten jeden Tag mindestens 3. Wenn das anfangs zu schwierig ist, dann trage Erlebnisse und Dinge ein, für die du dankbar sein kannst. Hier gilt das Motto – wo Freude und schöne Gefühle bzw. schöne Erlebnisse sind – ist weniger Platz für Angst!

2. Versuche deine Aufmerksamkeit verstärkt bzw. immer öfter und länger weg von den körperlichen Symptomen auf Dinge umzulenken, die nichts mit deinem Körper zu tun haben. Denn wenn deine Aufmerksamkeit wie ein Scheinwerfer auf deinen Körper gerichtet ist, werden auch normale körperliche Abläufe deutlicher sichtbar!
Also triff Freunde, such dir ein Hobby, versuch es mit sportlicher Betätigung, die dir gut tut oder versuche es mit Genuss – Übungen.

3. Lass Medikamente, Blutdruckgerät… zu Hause (oder gib sie einer Freundin zur Verwahrung) – versuche die nächste Kontrollhandlung um 5 Minuten zu verzögern und steigere dich!

4. Übe das Aushalten und das Annehmen der Angst mit einem Therapeuten, der dich dabei gut unterstützenkann

Liebe Grüße und ein sonniges Plätzchen

P.S.: Mehr zum Thema Krankheitsangst und den Zusammenhängen zwischen Körper und Psyche kannst du in folgenden Beitägen nachlesen : Woher kommt meine Angst schwer krank zu werden?, Kann die Psyche Herzbeschwerden verursachen? und Warum Angst Deine Wahrnehmung verändert.

Kathleen