Plötzlich ist die Unruhe da. Von einer Minute zur anderen. Schweißperlen auf der Stirn, die Knie wackelig wie Pudding. Natürlich suchst du den Hausarzt auf, weil du gründlich bist. Aber der Arzt hat wenig Zeit und beruhigt dich mit einem „wird schon wieder – kann vorkommen!“

Angst verändert deine Wahrnehmung

Das Erlebte beunruhigt dich trotzdem immer mehr, sodass du anfängst nach Symptomen im Internet zu googeln: einschlägige Blogs, Foren, Internetseiten liest du hoch und runter. Du vergleichst, überlegst und spürst immer wieder in dich hinein. Die Angst schwer krank zu sein, nimmt einen immer größeren Platz in deinen Gedanken ein. Deine Wahrnehmung fokussiert sich immer mehr auf die Symptome. Du googelst, um Dich zu beruhigen – doch nach kurzer Zeit kommen Zweifel und die Angst wieder. Du beobachtest dich noch mehr…

Übung zur Wahrnehmung

Probiere einmal diese kleine Übung aus. Sie dauert nur wenige Minuten, aber du solltest dafür ungestört sein. Schließe die Augen, gehe mit deiner Aufmerksamkeit zu deiner Nase und spüre wie dein Atem durch die Nase ein- und ausströmt. Nimm die Temperaturunterschiede zwischen Einatmen und Ausatmen wahr. Und wenn es an der Nase immer kühler beim Einatmen wird, dann kannst du diese Übung auch schon beenden.Frau nimmt fokussiert sich auf Angstsymptome

Unsere Aufmerksamkeit ist wie ein Scheinwerferlicht

Die Dinge, die von einem Scheinwerfer beleuchtet werden, die können wir erkennen – sie treten deutlich hervor.

Genauso verhält es sich auch mit dem Scheinwerferlicht unserer Aufmerksamkeit: wenn wir bestimmten Dingen in unserem Körper mehr Aufmerksamkeit schenken, dann treten diese Dinge deutlich in Erscheinung. Du kannst plötzlich kleinste Unterschiede wahrnehmen, die du sonst nicht spürst. Oder ist dir im Alltag schon aufgefallen, dass die Nase beim Einatmen kälter wird?
Unser Körper arbeitet ununterbrochen und es laufen dauernd körperliche Prozesse ab. Die meisten nehmen wir nicht wahr, weil der Alltag unsere Aufmerksamkeit erfordert.

Hören wir aber immer mehr in uns hinein, so können einige dieser Prozesse bereits bei ganz geringer Intensität wahrgenommen werden.

So kann die intensive Wahrnehmung von Angstsymptomen dazu führen, dass die Symptome noch stärker wahrgenommen werden – der Angstkreislauf beginnt.

Wenn du mehr erfahren möchtest, dann lies die Beiträge Woher kommt meine Angst schwer krank zu werden? und Kann die Psyche Herzrasen verursachen?

Herzliche Grüße und eine gute Woche

Kathleen

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