Kennst du das?

Von einer Minute zur anderen hast du Schweißperlen auf der Stirn, die Knie sind wackelig wie Pudding. Du fragst dich:

„Ist es vielleicht etwas Ernstes? Sind das die Vorboten eines Herzinfarktes?“

 

Natürlich suchst du den Hausarzt auf, weil du gründlich bist. Der Arzt findet keine körperliche Ursache und beruhigt dich mit einem „Wird schon wieder – kann vorkommen!“

 

Du hast trotzdem die Befürchtung schwer krank zu sein

Du denkst, der Arzt hat vielleicht nicht alle Möglichkeiten geprüft oder gar etwas übersehen. Oder du kannst gar nicht erst zum Arzt gehen, weil deine Angst vor einer möglichen Diagnose zu groß ist.

Du bist um deine Gesundheit so besorgt, dass du deinen Körper täglich, vielleicht sogar mehrmals täglich, untersuchst, ob du Anzeichen für eine bestimmte Krankheit findest.

Das kann die Angst vor Krebs oder Tumoren sein, die Angst vor einem Herzinfarkt bzw. Schlaganfall oder anderen schlimmen Krankheiten. Deshalb führst du bewusst auch einen ganz gesunden Lebensstil und testest deinen Körper und seine Leistungsfähigkeit bei jeder Gelegenheit, um nichts zu übersehen.

Das alles macht dir so zu schaffen, dass du sogar schon eine oder mehrere Panikattacken hattest.

Solche Ängste werden in der Fachsprache „hypochondrische Störung“ genannt. Sie werden leider oft belächelt und nicht ernst genommen. Wenn eine Frau körperliche Symptome, eher als andere, bei sich wahrnimmt, dann wird sie als „Hypochonderin“ bezeichnet, die sich alles nur einbildet. Das ist aus meiner Sicht wenig respektvoll.

 

Die Ängste verändern dein Leben und lähmen dich

Einschlägige Blogs, Foren, Internetseiten liest du hoch und runter. Du vergleichst, überlegst und spürst immer wieder in dich hinein. Die Angst schwer krank zu sein oder zu werden, nimmt einen immer größeren Platz in deinen Gedanken und deinem realen Leben ein.

Deine Wahrnehmung fokussiert sich immer mehr auf mögliche Symptome oder bestimmte Erkrankungen. Du brauchst morgens im Bad sehr lange, denn du scannst jeden Zentimeter deines Körpers. Du googelst, um Dich zu beruhigen – doch nach kurzer Zeit kommen Zweifel und die Angst wieder.

Du beobachtest dich noch mehr … Du fängst auch an, bestimmte Themen oder Orte zu meiden, die mit der befürchteten Krankheit in Zusammenhang stehen. Du gehst z.B. nicht auf den Friedhof, siehst dir keine Reportagen über bestimmte Krankheiten an oder unterbrichst Gespräche – gehst bei bestimmten Themen aus dem Raum usw.

Aber genau das sind die 3 Dinge, die bei dir dazu führen, dass deine Angst schwer krank zu sein nicht weggeht, sondern stärker oder häufiger auftritt. In der Psychotherapie sagt man dazu: Body Checking, Suche nach Rückversicherung und Vermeidungsverhalten.

 

Beispiele für Body Checking sind:

  • Tägliche Untersuchung der Brust aus Angst vor Brustkrebs
  • Messung von Blutdruck und/oder Puls aus Angst vor Herzerkrankungen
  • Gewicht überprüfen aus Angst vor Gewichtsverlust aufgrund von Krebs
  • Abtasten des Bauchs aus Angst vor Magenkrebs

Beispiele für Rückversicherungen sind:

  • Besuche beim Arzt
  • Nachfrage beim Therapeuten, bei Vertrauenspersonen
  • Internetforen, Blogs …

Beispiele für Vermeidungsverhalten sind:

  • Bestimmte Themen (z.B. Herzinfarkt) dürfen nicht angesprochen werden
  • Nicht zum Arzt gehen, aus Angst vor einer schlimmen Diagnose

Was sind die Ursachen?

Für diese seelische Erkrankung gibt es unterschiedliche Ursachen und Auslöser.

Stress, Koffein, Alkohol, Verdauungsprozesse, körperliche An- oder Verspannung können zu den Auslösern dieser Krankheit gehören.

Die Ursachen dagegen liegen häufig in deiner ganz persönliche Lebensgeschichte bzw. deinen Erfahrungen. Die Lebensgeschichte könnte davon handeln, dass du hautnah mit einer schweren Krankheit oder dem Tod in deiner Familie oder bei Freunden konfrontiert wurdest oder du selbst sogar schwer krank wurdest.

Vielleicht gab es aber auch schlechte Ärzte, die falsche Diagnosen stellten oder Krankheiten erst sehr, sehr spät diagnostizierten. Es könnte aber auch sein, dass du in einer Familie groß geworden bist, in der du dich nicht so sicher fühlen konntest, wie es für ein kleines Menschenkind notwendig wäre. Das kann passieren, wenn ein Elternteil von heute auf morgen die Familie verlässt, die Eltern gewalttätig erziehen oder alle körperlichen Symptome ängstlich und besorgt interpretieren.

Die eigene Hilflosigkeit bzw. die emotionale Überforderung in solchen schwierigen Situationen bereitetete damals den Boden dafür, dass du heute vermehrt in deinen Körper hineinhörst, ob alles in Ordnung ist. Also: kommen zum Risiko deiner Lebensgeschichte noch bestimmte Auslösefaktoren dazu, können sich deine Ängste anbahnen.

 

Unsere Aufmerksamkeit ist wie ein Scheinwerferlicht

 

 

Übung zur Aufmerksamkeit

Probiere jetzt einmal diese kleine Übung aus. Sie dauert nur eine Minute, aber du solltest dafür ungestört sein. Schließe die Augen, gehe mit deiner Aufmerksamkeit zu deiner Nase und spüre wie dein Atem durch die Nase ein- und ausströmt. Nimm die Temperaturunterschiede zwischen Einatmen und Ausatmen wahr. Und wenn es an der Nase immer kühler beim Einatmen wird, dann kannst du diese Übung auch schon beenden.

Die Dinge, die von einem Scheinwerfer beleuchtet werden, die können wir erkennen – sie treten deutlich hervor.

Genauso verhält es sich auch mit dem Scheinwerferlicht unserer Aufmerksamkeit.

 

Warum Aufmerksamkeit die Angst verschlimmert

Wenn wir bestimmten Dingen in unserem Körper mehr Aufmerksamkeit schenken, dann treten diese Dinge deutlich in Erscheinung. Du hast dich in der Übung auf deine Nase fokussiert und nimmst nun alles in diesem Zusammenhang intensiv wahr. Du kannst plötzlich kleinste Unterschiede wahrnehmen, die du sonst nicht spürst. Oder ist dir im Alltag schon aufgefallen, dass die Nase beim Einatmen kälter wird?

Unser Körper arbeitet ununterbrochen und es laufen dauernd körperliche Prozesse ab. Die meisten nehmen wir nicht wahr, weil der Alltag unsere Aufmerksamkeit erfordert.

Hören wir aber immer mehr in uns hinein, so können einige dieser Prozesse bereits bei ganz geringer Intensität wahrgenommen werden und der Angstkreislauf kann beginnen.

Schreib mir doch, wie du mit diesen Dingen zurechtkommst oder was dir geholfen hat, die Ängste zu überwinden.

Mehr zum Thema Angst: Kann die Psyche Herzrasen verursachen?

Herzliche Grüße und eine gute Woche

Portrait von Kathleen

Und wenn du mit jemandem über deine Ängste sprechen möchtest oder erfahren willst, wie die Angst vor Krankheiten dein Leben nicht mehr beherrscht, dann ruf mich gerne an oder schreib mir eine E-Mail.

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